Hitze & Sonne – Fluch oder Segen für deine Gesundheit?

25. Juli 2022|6 min|

Sonnenlicht ist grundsätzlich gut für unsere Gesundheit – jedenfalls in bestimmten Maßen. Die Sonne nimmt großen Einfluss auf unser Leben: Unser biologischer Rhythmus ist vom Lauf der Sonne beeinflusst. Denn sie bestimmt, zusammen mit der Neigung der Erdachse, die Jahreszeiten und den Unterschied zwischen Tag und Nacht. Und sie sorgt für die klimatischen Bedingungen, die für uns Menschen eine Existenz auf der Erde überhaupt erst ermöglichen.

Warum also könnte Sonnenlicht schädlich für uns Menschen sein? Wir zeigen dir, was du beim Thema Sonne beachten solltest.

Das Wichtigste im Überblick

  • Sonnenlicht hat gesundheitlich positive Effekte: Verbesserter den Schlaf und eine angeregte Vitamin-D-Produktion.
  • Sonnenlicht macht glücklich: Vitamin D kann die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin fördern.
  • Sonnenlicht ≠ Sommer: Lade deinen Vitamin-D-Speicher auch im Winter auf und geh raus an die frische Luft!
  • Risiko: Zu viel Sonne birgt Hautkrebsgefahr – die richtige Dosis und das Eincremen mit ausreichend Sonnencreme ist entscheidend.
  • Gegen die Sonne gewappnet: Schütze dich an warmen Tagen vor den negativen Folgen von zu viel Sonne, indem du zum Beispiel nicht übermäßig viel Zeit in der Sonne verbringst, die Mittagshitze meidest, ausreichend trinkst, leichte Mahlzeiten zu dir nimmst und genug lüftest.

Wie und warum beeinflusst die Sonne unsere Gesundheit?

Sonnenlicht lässt uns besser schlafen

Die Sonne steuert unseren Melatonin-Haushalt. Also das Hormon, das für unser Müdigkeitsempfinden verantwortlich ist. Studien haben gezeigt, dass Tageslicht positive Auswirkungen auf die Schlafqualität und das allgemeine gesundheitliche Befinden hat.

Seit der Erfindung der Glühbirne sind wir von künstlichem Licht umgeben. Dieses Licht stört die natürliche Verbindung zwischen unserem Biorhythmus und dem Sonnenlicht. Wenn wir am Abend viel künstlichem Licht, etwa durch den Fernseher, den Computer oder das Smartphone, ausgesetzt sind, lässt dies unseren Körper glauben, dass es noch Tag ist. Daher werden wir später müde. Das kann unseren Schlafrhythmus auf Dauer ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen und die Schlafqualität mindern. Versuche daher, künstliche Lichtquellen am Abend zu reduzieren und nutze das natürliche Licht am Tag.

Sonnenlicht hält den Körper gesund

Durch Sonnenlicht produziert unser Körper Vitamin D. Das ist essenziell für eine gesunde Funktionsweise des Körpers. Denn Vitamin D

  • stärkt das Immunsystem,
  • bekämpft Entzündungen,
  • ist an der Gesundheit von Darm und Herz beteiligt und
  • ist wichtig für Stoffwechselprozesse im Gehirn.

Daher sollten wir darauf achten, einen ausreichenden Vitamin‑D‑Spiegel zu erreichen. Im Frühling und Sommer sind für die meisten Menschen etwa 10 bis 15 Minuten Sonne am Tag ausreichend – mit unbedeckten Händen, Unterarmen und Gesicht. Bei bewölktem Himmel sind es eher 15 bis 30 Minuten.

Aber beachte: Zu viel ausgiebiges Sonnenbaden kann Krankheiten wie Hautkrebs verursachen. Wie viel Sonnenlicht gut und gesund für unsere Haut ist, hängt von unserem Hauttyp und der aktuellen Sonnenintensität ab:

  • Sehr helle Haut: 5 bis 10 Minuten Sonne
  • Helle Haut: 10 bis 20 Minuten Sonne
  • Gebräunte Haut: 20 bis 30 Minuten Sonne
  • Braune bis dunkle Haut: 40 Minuten Sonne

Entscheidend ist dabei, keinen Sonnenbrand zu bekommen.

Sonnenlicht macht glücklich

Wir merken es im Sommer immer wieder: Sonnenlicht beeinflusst unsere Stimmung positiv. Auch das ist auf Vitamin D zurückzuführen: Es unterstützt die Bildung unseres Glückshormons Serotonin. Fehlt uns Vitamin D, fühlen wir uns eher müde und abgeschlagen.

Und im Winter? Da greift unser Körper mitunter auf die Vitamin-D-Reserven aus dem Sommer zurück. Doch da wir uns auch im Sommer viel in geschlossenen Räumen aufhalten oder das Wetter bedeckt ist, können wir unseren Vitamin-D-Speicher nicht genügend auffüllen, um über den ganzen Winter zu kommen. Deshalb lohnt es sich, das ganze Jahr über regelmäßig ins Freie zu gehen und Tageslicht zu tanken. Bei Bedarf kannst du zusätzlich auf Vitamin‑D‑reiche Ernährung oder Supplements achten.

6 Tipps, um deinen Körper vor Sonne und Hitze zu schützen

Vor allem im Sommer und in der Nähe des Äquators ist Sonnenlicht besonders intensiv. Schütze dich und deinen Körper vor den negativen Folgen von Sonnenlicht am besten folgendermaßen:

1. Meide die Mittagshitze: Vermeide an heißen Sommertagen am besten die pralle Sonne. Insbesondere in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr. Und wenn es mal nicht anders geht: Vermeide direkte Sonneneinstrahlung und denk an eine Kopfbedeckung!

2. Trink genug – und richtig: Bei hohen Temperaturen kannst du ruhig das Doppelte der empfohlenen Menge Wasser am Tag trinken, also 3 bis 4 Liter. Da wir durch Schwitzen wieder sehr viel Wasser und Elektrolyte verlieren, müssen wir unseren Wasserhaushalt wieder ausgleichen.

Und was heißt „richtig“ trinken? Auch wenn sie verlockend sind, erschweren kühle Getränke im Sommer die Temperaturregulation des Körpers. Der Großteil unserer Flüssigkeitszufuhr sollte darum aus lauwarmem Wasser und Kräutertees bestehen. Wenn dir das zu langweilig ist, kannst du etwas Zitrone oder Limette ins Wasser geben oder Fruchtsäfte verdünnen.

3. Nimm leichte Mahlzeiten zu dir: Entlaste deinen Körper mit leicht verdaulicher Kost, denn er hat schon genug mit dem Wetter zu kämpfen. Hier eignen sich zum Beispiel wasserreiche Lebensmittel wie Salate, Gemüse und Obst, kombiniert mit leichten Eiweißquellen wie Joghurt oder Geflügel.

4. Lüfte und verdunkle deine Wohnung richtig: Am besten lüftest du deine Wohnung morgens, wenn die Luft noch kühl und frisch ist. Verdunkle die Wohnung nach Möglichkeit tagsüber, damit sich die Zimmer nicht aufheizen. Vor dem Schlafengehen kann abends noch mal gelüftet werden. Außerdem eignen sich Ventilatoren oder nasse Tücher, damit die Luft im Raum nicht stickig und/oder warm wird.

5. Trag lockere und luftige Kleidung: Lockere Kleidung fördert den Kühlungseffekt des Schwitzens. Lange Kleidung schützt zusätzlich vor Sonnenbrand. Wer lieber kurze Sachen trägt, sollte sich regelmäßig mit Sonnenmilch ein- und nachcremen. Hautflächen, die sich nicht mit Kleidung bedecken lassen, solltest du immer eincremen.

6. Schütze dich auch beim Sport: Sportliche Aktivitäten sind immer richtig und gesund, jedoch auch eine Belastung für den Körper. Daher solltest du an heißen Tagen vorsichtig sein. Wenn du im Sommer nicht auf Sport verzichten möchtest, solltest du diesen am besten in die kühleren Morgen– oder Abendstunden verlegen, reichlich trinken und verschwitzte Kleidung nach der Sporteinheit rasch wechseln. Schwimmen ist natürlich vor allem an heißen Tagen sehr erfrischend! Kleiner Tipp: Funktionskleidung unterstützt den Körper bei der Temperaturregulation besser als Baumwollkleidung.

Häufig gestellte Fragen rund um Sonnenlicht und Gesundheit

Nein, gebräunte Haut ist kein Zeichen von Gesundheit. Stattdessen ist Bräune – egal ob durch Sonne oder Solarium – das Resultat UV-geschädigter Hautzellen. Ein Schutzmechanismus, bei dem die Haut Melanin bildet, um tiefere Zellschichten vor weiterer Strahlung zu schützen. Dauerhafte UV-Belastung kann zu vorzeitiger Hautalterung führen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen.

Ja, grundsätzlich beeinflusst Sonnenlicht das Nervensystem positiv. Denn es fördert unter anderem die Produktion von Serotonin und Dopamin. Das kann die Stimmung verbessern und bei der Bewältigung von Stress helfen.

Vitamin-D-Mangel kann unter anderem dein Immunsystem und deine Muskeln schwächen oder zu depressiven Verstimmungen führen. Das bringt oft Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder auch Haarverlust mit sich.

Kleidung verhindert, dass Sonne auf deine Haut trifft. Begib dich darum für kurze Zeit mit unbedecktem Gesicht, freien Armen und Händen in die Sonne – die genaue Dauer ist abhängig von deinem Hauttyp (siehe oben). Es gibt außerdem bestimmte Krankheiten oder Medikamente, die die Aufnahme von Vitamin D hemmen beziehungsweise einschränken können. Halte hierzu am besten Rücksprache mit einer Expertin oder einem Experten, zum Beispiel deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt.

Teile diesen Artikel:

Weiterlesen

Go to Top